Der Anreisetag ist der Tag, vor dem Erstfahrer am meisten Respekt haben. Wann muss ich da sein? Wo kommen die Koffer hin? Und was ist eigentlich mit dieser Seenotrettungsübung, von der alle reden?
Die gute Nachricht: Der Tag ist deutlich entspannter, als er klingt – wenn man ein paar Dinge weiß. Hier ist unser Ablauf nach über zehn AIDA-Reisen, von der Ankunft am Hafen bis zum Ins-Bett-fallen.
Vor der Anreise: Bucht euer Check-in-Fenster
In deutschen Häfen bucht ihr eure Check-in-Zeit vorab im Reiseportal. Das ist kein optionaler Komfort, sondern bestimmt, wann ihr aufs Schiff dürft.
Und deshalb der wichtigste Tipp gleich zu Beginn: Kommt nicht zu früh. Ihr kommt wirklich erst zu eurem Fenster hinein. Wer vorher da ist, wartet in der Wartehalle des Hafens – zusammen mit Massen von anderen Leuten, die auch zu früh dran sind. Mit Kindern ist das der schlechteste denkbare Start in den Urlaub.
Wir buchen inzwischen den Early Check-in, weil er in unserer Clubstufe (Aida Clubstufen System) kostenfrei ist. Wer die Möglichkeit hat, sollte sie nutzen – dann hat man den Tag an Bord noch vor sich.
Mein Tipp, wenn ihr plant, öfter mit AIDA zu fahren: Tretet dem Club gleich vor der ersten Reise bei. Das Seemeilen-Sammeln beginnt dann sofort, und Vorteile wie der kostenfreie Early Check-in kommen mit den höheren Stufen dazu. Wer erst nach drei Reisen einsteigt, verschenkt die Meilen der ersten drei.
Kleiner Trost für alle mit Kleinkindern: Wenn euer Fenster gekommen ist, dürft ihr manchmal sogar die Fast Lane nehmen und an den Warteschlangen vorbeigehen.
Am Hafen: So läuft der Check-in ab
Die deutschen Häfen mit ihren Zeitfenstern sind angenehm geordnet. In Spanien geht es deutlich hektischer zu – darauf sollte man sich einstellen.
Der Ablauf ist überall gleich:
- Reiseunterlagen werden geprüft
- Ausweis- bzw. Passkontrolle für alle
- Foto von jedem Familienmitglied – auch von den Kindern
- Bordkarten werden ausgegeben
- Sicherheitskontrolle wie am Flughafen: Gürtel raus, Handy raus, Taschen aufs Band

Das Armband für die Kinder
Beim Check-in bekommen Kinder ein Stoffarmband, das sie die komplette Reise über tragen. Darauf steht der Buchstabe eures Sammelpunkts.
Der Sinn dahinter: Wenn im Notfall etwas passiert, während euer Kind im Kids Club oder sonst wo an Bord ist, weiß die Crew sofort, wohin es gebracht werden muss. Nehmt das Armband also ernst und lasst es dran.
An Bord: Die ersten Stunden
Wenn ihr durch die Kontrollen seid, geht es die Gangway hinauf – und ehrlich gesagt fängt hier bei mir jedes Mal das Herz an zu hüpfen. Ich liebe sogar den Geruch auf der AIDA.
Ein Stück den ersten Gang hinunter steht das Begrüßungsteam und beantwortet die ersten Fragen. Nutzt das, die wissen alles.
Die Kabine ist bis 16 Uhr garantiert fertig – oft aber früher. Wer die AIDA-App und das Bordportal nutzt, bekommt eine Nachricht, sobald die Kabine bezugsfertig ist.
Was ihr in der Wartezeit macht
Das ist die Zeit, in der Erstfahrer planlos herumstehen. Vier Möglichkeiten, die sich bewährt haben:
- Ab an den Pool. Wir Wissenden haben die Badesachen ja im Handgepäck.
- Anmeldung im Kids Club erledigen. Wenn eure Kinder gleich am nächsten Tag hin wollen, macht das jetzt – nicht später. Dazu gleich mehr.
- Etwas essen. Ein Buffetrestaurant hat geöffnet. Welches, sagt euch das Begrüßungsteam oder das Infodisplay.
- Eine ruhige Ecke suchen. Die gibt es immer. Die Art Bar ist in der Regel entspannt und hat gemütliche Sitzmöglichkeiten.


Was ihr am Anreisetag wirklich erledigen solltet
Die Kids-Club-Anmeldung. Das ist mein wichtigster Tipp für Familien. Meldet die Kinder am Anreisetag an, dann können sie am nächsten Tag direkt loslegen. Meist ist am Anreisetag auch das Piratenzimmer für Kinder und Eltern geöffnet – ein Raum des Kids Club voller Spielsachen, mit einem großen Piratenschiff und angeschlossenem Bällebad. Eine gute Gelegenheit, alles gemeinsam anzuschauen, bevor die Kleinen zum ersten Mal allein hingehen. (Wir waren noch nicht auf allen Schiffen – ich gehe davon aus, dass es das überall gibt, garantieren kann ich es aber nicht.)
Restaurantreservierungen könnt ihr schon von zuhause im Reiseportal machen, oder eben an Bord über das Bordportal.
Das Getränkepaket ebenfalls von zuhause – aber rechnet es euch wirklich durch. Wir buchen es nie, weil es sich für unseren Konsum schlicht nicht lohnt.
Die Seenotrettungsübung: kurz und schmerzlos
Vorweg: Die Übung ist verpflichtend und keine AIDA-Erfindung, sondern Vorschrift für alle Kreuzfahrtschiffe.
Sobald ihr in der Kabine seid, richtet euch ein und erledigt sie am besten gleich:
- Digitale Schulung am Kabinen-TV ansehen
- Rettungswesten anlegen – sie liegen in der Kabine bereit, für Erwachsene und Kinder in unterschiedlichen Größen
- Zum Sammelpunkt gehen. Welcher es ist, steht auf der Bordkarte und auf der Rettungsweste. Am Sammelpunkt steht ein großer Aufsteller mit dem Buchstaben, zum Beispiel „Sammelpunkt O“
- Bordkarte scannen lassen – damit ist die Übung abgeschlossen
Zwei Dinge, die ihr wissen solltet:
Die Weste muss angelegt sein, nicht nur mitgetragen. Ihr sollt wissen, wie sie im Ernstfall sitzt – das lässt die Crew nicht durchgehen.
Und: Denkt nicht, ihr könntet sie euch sparen. Durch den Scan weiß die Mannschaft ganz genau, wer noch fehlt. Spart euch den peinlichen Aufruf – oder das persönliche Abholen am Abend, um die Übung dann in Begleitung nachzuholen. Es dauert ein paar Minuten. Einfach machen.


Abendessen am ersten Tag
Wir gehen am ersten Abend meist ins Buffetrestaurant. Da könnt ihr hingehen, wo ihr wollt, ohne Reservierung. Die Öffnungszeiten liegen üblicherweise zwischen 17:30 und 22:00 Uhr – die genauen Zeiten findet ihr am Kabinen-TV, in der App oder auf den Infodisplays im Gang.
Das Auslaufen
Die Ablegezeiten sind unterschiedlich, am ersten Tag meist zwischen 18 und 20 Uhr.
Und das ist ein Höhepunkt, den ihr nicht verpassen solltet: Wenn das Schiff ablegt und „Orinoco Flow“ von Enya über die Decks schallt, feiern meine Kinder jedes Mal mit. Auch wenn sie eigentlich längst müde sind.
Wo bleiben die Koffer?
Die Koffer werden im Laufe des Nachmittags oder Abends an die Kabine geliefert. Plant also nicht damit, direkt nach dem Einchecken an eure Sachen zu kommen.
Ins Handgepäck gehört alles, was ihr in den ersten Stunden braucht. Bei uns sind das vor allem die Badesachen – siehe oben, Pool. Ansonsten unterscheidet sich das Handgepäck kaum von dem, was ihr sowieso im Zug oder Flugzeug dabeihattet.
Mit Baby: Auf AIDAprima, AIDAperla, AIDAnova und AIDAcosma gibt es im Familienrestaurant Fuego einen Baby Corner – mit Mikrowelle und Waschbecken zum Aufwärmen eigener Babykost und rund um die Uhr kostenfreier HiPP-Nahrung. Verlasst euch aber nicht blind darauf: AIDA gibt keine Garantie, dass immer alles vorrätig ist, und empfiehlt selbst, eigene Babynahrung mitzunehmen.



Wie der erste Abend endet
Unsere Kinder sind an diesem Tag völlig k.o. Das heißt aber nicht, dass sie ins Bett wollen. Traditionell geht es abends noch ins Theatrium – einen Dodo trinken und schauen, ob schon eine Show läuft.
Der Dodo ist übrigens ein alkoholfreier Cocktail, benannt nach einem der Clubbies. Davon gibt es mehrere, und auch die AIDA-Limonaden sind richtig lecker. Für Kinder ist das jedes Mal ein kleines Highlight.

Meine fünf Tipps für einen entspannten Anreisetag
- Kommt nicht zu früh. Ihr wartet sonst nur in der Halle.
- Badezeug ins Handgepäck. Die Koffer kommen erst am Abend.
- Kids-Club-Anmeldung am Anreisetag erledigen. Dann kann es am nächsten Tag sofort losgehen.
- Seenotrettungsübung sofort machen, wenn ihr in der Kabine seid. Dann ist sie weg.
- Sprecht vor der Reise nicht zu viel über die Reise. Das klingt hart, aber es dreht die Kinder am Anreisetag wahnsinnig auf – und der eigentliche Urlaub beginnt ja erst danach. Ruhig halten lohnt sich.
