Bei unserer ersten Familienkreuzfahrt habe ich einen halben Koffer mit Windeln vollgepackt. Für den Fall der Fälle. Was ich damals nicht wusste: Windeln gibt es an Bord zu kaufen – und in jedem Hafen sowieso. Über zehn AIDA-Reisen später packe ich für vier Personen ungefähr die Hälfte von dem, was Erstfahrer mitschleppen. Der Grund hat vier Buchstaben und steht im Waschsalon. Hier ist unsere komplette Packliste – inklusive der Dinge, die ihr getrost zuhause lassen könnt.
Der wichtigste Packtipp zuerst: Es gibt eine Waschmaschine
Das ändert alles. Auf jedem AIDA-Schiff gibt es einen Waschsalon, und der kostet aktuell 2 € pro Waschgang und 2 € pro Trocknergang. Waschmittel ist schon in der Maschine – ihr müsst keins mitbringen.
So funktioniert’s: Wäsche rein, Maschine am Display an der Wand des Waschsalons aktivieren, starten. Nach etwa 40 Minuten ist der Waschgang durch. An Seetagen kann es zu Stoßzeiten kommen – und der Höflichkeit halber: Stellt euch einen Timer und holt eure Wäsche pünktlich raus. Es wartet vermutlich schon jemand.
Unsere Rechnung: Wir packen Kleidung für die halbe Reisedauer und waschen ein- bis zweimal. Bei einer 10-Tage-Reise heißt das: Sachen für 5 Tage. Das spart pro Person fast einen halben Koffer – und mit Kindern rechnet sich das doppelt, weil sowieso mehr Wechselwäsche draufgeht.


Was ihr NICHT braucht
Fangen wir mit dem Abschnitt an, der euch am meisten Platz spart:
- Bademäntel – stellt AIDA in der Kabine bereit, für Kinder je nach Alter in verschiedenen Größen
- Handtücher – sind in der Kabine. Poolhandtücher gibt es separat direkt am Pool, nach Benutzung einfach in die Gitterbox in Poolnähe werfen
- Waschmittel – ist im Waschsalon schon in der Maschine
- Snacks – ehrlich: Ihr werdet keinen Hunger haben. An Bord gibt es durchgehend Kuchen, Eis und Snacks, und auf Landgängen kaufen wir lieber Spezialitäten vor Ort
- Windeln für die ganze Reise – ein kleiner Vorrat reicht. Nachkaufen geht an Bord und in jedem Hafen (mein halber Windelkoffer von damals lässt grüßen)
- Unterwäsche für jeden Tag – siehe Waschmaschine
- Babyphone – funktioniert wegen der dicken Metallwände nicht. Es ist möglich über die AIDA App oder das Buchungsportal bereits vor der Reise ein kostenpflichtiges Babyphone zu bestellen.


Kabine: Unsere Immer-dabei-Liste
Die Dinge, die nach der ersten Reise fest auf unserer Liste stehen:
- Magnethaken* – die Kabinenwände sind aus Metall. Mit ein paar Haken habt ihr Platz für Jacken, Caps, Beutel und alles, was sonst auf dem Boden landet
- Faltbare Schubladeneinleger* (unsere sind von Ikea) – wir schieben sie in den Schrank, und jeder in der Familie hat sein eigenes Fach. Kein Wühlen, kein „Mamaaa, wo ist mein…“, und die Kinder kommen selbst an ihre Sachen
- Nachtlicht für die Steckdose* – unsere Kinder schlafen zuhause mit Nachtlicht. In der Kabine ist es dank der guten Verdunkelungsvorhänge stockdunkel. Erste Nacht: Badlicht angelassen – viel zu hell. Seitdem kommt das Nachtlicht von zuhause mit
- USB-Ladegerät mit mehreren Anschlüssen* – die Steckdosen in der Kabine sind knapp. Wichtig: Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz sind auf Kreuzfahrtschiffen aus Brandschutzgründen verboten und können beim Gepäckscan einkassiert werden. Ein reiner USB-Lader mit mehreren Ports ist die sichere Lösung


Kleidung: Weniger und bequemer als ihr denkt
An Bord tragen unsere Kinder das, was sie auch zuhause tragen würden: Leggings und T-Shirt. Dazu feste Hausschuhe – die braucht ihr sowieso für den Kids Club.
Und die Frage, die sich alle stellen: Muss man sich abends schick machen? Nein. Die einzige Kleidervorschrift in den Restaurants lautet: keine Badekleidung. Ab und zu gibt es eine Dinner Party an Bord – dafür lohnt sich ein schickeres Outfit im Koffer, aber ein Muss ist es nicht. Und Kleider packen wir natürlich trotzdem ein, ihr wisst ja, wie Mädels sind.
Pro Person für die halbe Reisedauer:
- Alltagskleidung (Leggings/T-Shirts bzw. euer normales Zeug)
- Unterwäsche und Socken
- Feste Hausschuhe (Kinder – Pflicht für den Kids Club)
- Badesachen
- Ein schickeres Outfit für die Dinner Party (optional)
- Jacke/Regenjacke je nach Route
Dokumente & Organisation
Hier ist AIDA erfreulich unkompliziert geworden: Pässe mitnehmen, der Rest läuft über die App und QR-Codes. Beim Check-in wird für jeden ein Foto für die Bordkarte gemacht – das war’s.
- Ausweise/Reisepässe für alle
- AIDA-App installiert und Buchung hinterlegt (QR-Codes fürs Einchecken)
- EC-/Kreditkarte
- Kartenhalterband* für jeden – die Bordkarte ist Zimmerschlüssel und Zahlungsmittel in einem, und ihr habt sie ständig in der Hand. Am Band um den Hals geht sie nicht verloren, auch nicht bei den Kindern
Die AIDA-App ist übrigens auch an Bord Gold wert: Tagesprogramm, Bordportal, Reservierungen – absolut empfehlenswert, schon vor der Reise installieren.
Anreise: Unser Zug-Setup (und drei Lösungen fürs Gepäck)
Wann immer möglich, fahren wir mit dem Zug zum Hafen (Hamburg, Kiel, Warnemünde). Für die Fahrt selbst haben sich bewährt:
- Malbücher
- Kartenspiele
- Tablet
- Kinderkopfhörer* für Hörgeschichten
Und die Koffer? Da haben wir über die Jahre drei Lösungen ausprobiert:
Variante 1: Gepäck vorausschicken (der Game Changer). Über einen Gepäckservice wie Tefra wird der Koffer an der Haustür abgeholt und direkt an die Kabine geliefert – und auf dem Rückweg genauso. Nicht ganz billig, aber wenn man keine Koffer durch den Zug schleppen muss, ist das ein absoluter Game Changer. Gerade wenn der Anschluss mal knapp ist.
Variante 2: Einen Tag früher anreisen, Gepäck ins Hotel schicken. Gleiches Prinzip mit Hermes: Der Koffer wird ein paar Tage vorher abgeholt und ans Hotel geliefert. Wir haben mit dem Hotel abgesprochen, dass der Koffer einen Tag vor uns ankommt – just to be safe. War kein Problem, er wartete im Gepäckraum auf uns. Am nächsten Tag ging’s entspannt auf die AIDA.
Variante 3: Der normale Weg – Koffer im Zug mitnehmen. Am Bahnhof (egal ob Hamburg, Kiel oder anderswo) steht eine AIDA-Kofferstation. Koffer abgeben, ab in den Shuttlebus (wenn gebucht). Alternativ nehmt ihr den Koffer im Bus oder Taxi mit zum Hafen und gebt ihn dort an der Kofferstation ab. Geliefert wird er dann im Laufe des Anreisetages an die Kabine – und ja, das kann auch mal Abend werden. Plant also nicht damit, direkt nach dem Einchecken an eure Sachen zu kommen: Badesachen fürs erste Planschen gehören ins Handgepäck.
Apotheke & Pflege
Unsere Bordapotheke ist überschaubar – aber die Klassiker müssen mit:
- Fiebersaft (Kinder)
- Ibuprofen (Erwachsene)
- Bronchipret
- Nasenspray
- Pflaster
- Blasenpflaster
Und wenn doch mal mehr passiert? Dafür gibt es das Bordhospital – und wir hatten schon das Vergnügen. Meine Große ist aus der Hängematte gefallen, Platzwunde. Im AIDA-Krankenhaus wurde sie geklebt, alles ganz unaufgeregt. Kosten damals: 80 €, die unsere Krankenversicherung übernommen hat.
Mein Tipp daraus: Klärt vor der Reise kurz, wie eure Krankenversicherung Behandlungen an Bord und im Ausland handhabt – dann ist der Moment, in dem etwas passiert, nur halb so stressig.
Fazit: Halber Koffer, doppelter Urlaub
Die Waschmaschine für 2 € ist der beste Packberater, den es gibt. Packt für die Hälfte der Tage, lasst Handtücher, Bademäntel und den Snackvorrat zuhause – und nutzt den gewonnenen Platz für die Dinge, die den Kabinenalltag wirklich leichter machen: Magnethaken, Schrankfächer und das vertraute Nachtlicht.
Habt ihr einen Packtipp, der bei euch immer mitkommt? Schreibt ihn mir in die Kommentare – ich ergänze die Liste gerne.

